Zahnimplantate wachsen seit der Entwicklung rauer Oberflächen vor
ca.15 Jahren mit 95%iger Sicherheit an. Langzeitstudien haben gezeigt, dass nach 10 Jahren 95% dieser Implantate überleben. Das langfristige Haltbarkeit der rauen Implantate wird
ähnlich konstant angenommen wie die der vorher verwendeten glatten Implantate, so dass einige Autoren zu der euphorischen Schlussfolgerung kommen, ein Zahnimplantat halte ein Leben lang. Das ist natürlich möglich, jedoch eine sehr relative Aussage,
da Implantatpatienten 20 oder auch
80 Jahre alt sein können. In seltenen Fällen wächst das Implantat nicht an. Die Implantation kann wiederholt werden, ohne dass weiter reichende Schäden entstehen. Anatomisch bestehen allerdings im Unterkiefer und im Oberkiefer Besonderheiten, die es
zu berücksichtigen gilt.

Im Oberkieferseitenzahnbereich muss häufig der Platz der Kieferhöhle genutzt werden, um Implantate zu platzieren,
im Unterkieferseitenzahnbereich
darf der Zungen- und Lippennerv nicht getroffen werden. Schlechtester Fall wäre die chronische Kieferhöhlenentzündung, bzw. die Nervschädigung. Beide Ereignisse sind sehr selten. Sie betreffen laut Literatur ca. 0,5 % der Fälle.
Wir sind aber auch der Meinung, dass bei einem Wahleingriff wie dem Zahnimplantat anatomisch bedingte Risiken minimiert werden müssen. Wenn wenig Knochensubstanz bis zur Kieferhöhle oder bis zum Unterkiefernerv zur Aufnahme des Implantates zur Verfügung steht,
fertigen deswegen meist ein dreidimensionales Bild der Lücke an (DVT, CT).
Dies erlaubt eine Behandlungsplanung
mit einer Genauigkeit bis 0,1mm. Da
die Implantation mit einer Führungshülse eine Bohrung nur in eine Richtung ermöglicht, ist eine solche Behandlung einer computergestützten Navigation gleichwertig. Der Eingriff verläuft durch die genaue Planung schnell und komplikationsarm.

Die meisten Patienten haben nach einer Zahnimplantation wenig Schmerzen,
so dass meist schwache Schmerzmittel für drei bis sieben Tage ausreichen.
Es entwickelt sich immer eine Schwellung, die eine Woche anhält und ihr Maximum nach drei Tagen hat. Fieber entwickelt sich nach einer Implantation extrem selten und ist ein vernachlässigbares Problem. Wir fertigen stets einen Ersatz, der optisch die fehlenden Zähnen kaschiert. Je
nach Wunsch sitzt das Provisorium fest oder ist herausnehmbar.
Die Bioverträglichkeit von Reintitan ist erstaunlich gut. Tatsächlich gibt es weltweit keine exakten Berichte über Allergien. Falls dennoch eine Unverträglichkeit anderer Art vermutet wird, empfehlen wir zum Ausschluss einen Lymphozyten-Transformations-Test. Hier werden die körpereigenen Entzündungszellen des individuellen Patienten gegen Reintitan getestet. Der Test ist so neu, dass nicht alle Ergebnisse ganz genau interpretiert werden können. Er gibt jedoch einen guten Anhalt.

Um ein Zahnimplantat zu verankern, muss der Zahnarzt ein künstliches Zahnfach formen. Einfach stellt es
sich dar, wenn es in den noch vorhandenen Kieferknochen eingebracht werden kann. Schwieriger ist es, wenn der Knochen an der gewünschten Stelle fehlt. Hier gibt
es verschiedene Ansätze, den fehlenden Knochen wiederherzustellen oder neu entstehen zu lassen. Übliche Methoden arbeiten mit Knochenblöcken, meist
aus dem Unterkiefer, die auf die Implantationsstelle geschraubt werden. Neuere Ansätze , die wir vorziehen, arbeiten schonender so weit als möglich mit der körpereigenen Heilung. Im ungünstigen Fall des Knochenaufbaus benötigen wir vier bis sechs Monate
bis der Knochen anwächst und drei bis sechs Monate bis das Implantat einwächst.