Die präventive Zahnmedizin entstand, weil Zahnärzte verstanden, dass die Biologie eine viel größere Rolle zum Zahnerhalt spielt als die Mechanik. Eine Goldkrone hält für sich als Werkstück länger als der Mensch selbst. Es ist
der Zahn und neu entstehende Karies oder Parodontitis, die den Erhalt von Zahnersatz begrenzen.


Der Zahnarzt muss das biologische System verstehen. Davon ausgehend hinterfragt die minimal-invasive Zahnmedizin die Grundlagen der traditionellen Zahnmedizin. Die traditionelle Zahnmedizin füllt einen Defekt mit einem Werkstoff. Sie zementiert eine Krone auf einen Zahn. Ein Spalt müsste kleiner sein als ein Bakterium, das ungefähr 1ym groß ist.

Dies kann aufgrund der Größe der Zementkörner und selbst bei einer minimierten Ungenauigkeit von Kronen (ab 50ym) nicht erreicht werden. Bakterien können eindringen und der Zahn weist eine im Mikrobereich
offene Wunde auf (Micro-Leakage).


Die minimal-invasive Zahnmedizin ist durch die Entwicklung des Klebens am Zahn möglich geworden. Durch eine 37%ige Phosporsäure lösen sich Teile von Schmelz und Dentin im Bereich
von durchschnittlich 30ym, maximal 150ym. In diese Mikrodefekte werden Substanzen eingebracht, die so an der Zahnsubstanz haften.


Nach der Entwicklung der hochgefüllten Kunststoffe (Komposite) ermöglichte diese Technik zum ersten Mal in der Zahnmedizin eine dauerhafte Füllung
des Defektes genau wie ihn die Karies geschaffen hat – minimal-invasive Zahnmedizin.

Durch Entwicklung weiterer Mechanismen wurde eine Klebeverbindung zu Keramik geschaffen und so die Verwendung
von Keramikinlays und
Keramikschalen (Veneers) ermöglicht.

Diese sind stets weniger invasiv als
ihre Konkurrenten Hochgoldinlay, Verblendmetallkeramikkrone oder Vollkeramikkrone.
Die minimal-invasive Zahnmedizin klebt eine Füllung in einen Defekt,
der nicht größer ist als der durch die Karies geschaffene. Sie klebt eine Keramikschale auf einen Frontzahn.
Die Erfindung des Einklebens von Füllungen und Keramikteilen ermöglicht den kleinstmöglichen zahnärztlichen Eingriff.